Die fabelhafte Welt der Laeta

Histoires pêle-mêle

Latein-Niete April 20, 2008

Gespeichert unter: Ma vie — laeta @ 7:17 Uhr nachmittags

Herrje…heute hatte ich also die erste intensive Lateinnachhilfestunde mit einem meiner lieben Schülerleins. In Französisch muss ich ja sagen, dass er sich wirklich sehr, sehr gut schlägt und auch bereitwillig lernt, da ihm diese Sprache zu gefallen scheint. Latein hingegen scheint für ihn das schlimmste Schulfach auf Erden zu sein und dementsprechend motiviert ist er auch. Heute musste ich zum ersten Mal mehr oder weniger hart durchgreifen, damit er ja schön brav bei der Sache blieb und ich musste ihn auch mehrfach bestimmt auffordern, mit seinem Stift keine Kritzeleien zu zeichnen, sondern zu übersetzen. Dies behagte ihm aber überhaupt nicht und es war auch für mich sehr anstrengend, da es ihm einfach an sämtlichen Grundkenntnissen fehlt -und wenn man alles fünf Mal wiederholen muss und sich vorkommt, als hätte man einen 6.Klässler 1. Lernjahr Latein vor sich und nicht jemanden der schon das 4. Jahr Latein hat, nervt das einfach ein klein bisschen- und aus diesem Grund sind wir dann nach einer halben Stunde auf Wortformen deklinieren und Verben konjugieren umgestiegen, was ihm auch nicht passte, aber was ich ihn einfach machen ließ. BASTA! Da kennt Laeta kein Pardon ;-)

Obwohl es demzufolge anstrengender war als die Französischstunden mit ihm, muss ich doch sagen, dass es auch seeeehr, seeeehr amüsant war (wenn auch zeitweilen ein bisschen erschütternd!). Der Gute konnte nämlich nicht einmal “dominus” deklinieren, was mich einerseits schier einen Herzinfarkt kostete, als er nämlich Formen wie “dominibus” oder “dominius” aufsagte, aber andererseits mir auch das ein oder andere Lächeln aufs Gesicht zauberte. Vor Lachen zerrissen hätte es mich dann aber beinahe, als wir gerade dabei waren einen Text mit vielen schönen verschiedenen Genitiven zu übersetzen. In dem Text ging es irgendwie um einen Händler, der ein Landgut teuer verkaufen wollte, aber nicht wusste an wen. Da es dort einen großen Teich gab, goss er kurzer Hand Wasser und Unmengen an Fischen hinein und erwartete Canius -einen Interessenten, von dem er wusste, dass er gerne Fische aß. Ja und so wurde er letztendlich sein Landgut dann doch noch los…usw. Ja und dann kam DER Satz (nicht über den Schwierigkeitsgrad dieses Satzes/Textes wundern…er ist zwar im 4. Lernjahr Latein und übersetzt gerade Catull im Unterricht, aber ich muss leider bei den Grundlagen…also gaaaanz von vorne…anfangen ;-) ):

- Cum Canius, qui libenter pisces edebat, videret piscinam piscium plenam esse, praedium pluris fecit et magna pecunia emit.

Nun die vorgeschlagene Übersetzung:

-Als Canius, der freie Fische aß, sah, dass in dem Teich Fische planschten, machte er das Landgut mehrere und kaufte es für großes Geld.

Korrekte Übersetzung:

-Als Canius, der gerne Fische aß, sah, dass der Teich voller Fische war, schätze er das Landgut zu hoch ein und kaufte es für viel Geld.

Zerrissen hätte es mir schier beim “Fische planschen”!! Wie er auf das gekommen sei?…”naja..ich dachte vielleicht dieses ‘pl-enam’ hätte etwas mit planschen zu tun und jaa ;-)

Okaaaay, mein Lieber, wir müssen noch seeehr, seeeehr viel lernen und üben und gaaanz langsam von vorne anfangen, aber: wir werden das Kind schon schaukeln :-D

Eure Laeta

 

4 Responses to “Latein-Niete”

  1. Donna Says:

    Ich sag es ja immer: Lateinnachhilfe ist die beste Vorbereitung für ein späteres Lehrerdasein!!!!

  2. Stadtneurotiker Says:

    Ich finde die Übersetzung des Nebensatzes durchaus originell und gar nicht mal so sehr an den Haaren herbeigezogen.
    Aber als Nachhilfelehrer im Lateinischen habe ich sehr schnell gemerkt, daß der Beruf des Lehrers nichts für mich ist.

    Und ist jemand, der Nachhilfe in zwei (von drei?) Fremdsprachen benötigt, an der richtigen Schule?

  3. Donna Says:

    …das sollte man sich nicht nur bei DIESEM Schüler fragen….aber die OECD will halt hohe Akademikerquoten…
    darf ja fast eh keiner mehr durchfallen…tss

  4. Laeta Says:

    Naja, an der richtigen Schule ist er wohl nicht gerade. Aber meines Wissens nach hat er das mittlerweile selbst erkannt und will nächstes Jahr wohl auch eine andere Schule besuchen.

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